Vor Tausenden von Jahren: Durch
ein Erdbeben verliert die fünfjährige Ayla ihre Familie.
Tagelang irrt das kleine Mädchen durch die Wildnis und wird
schließlich sogar von einem Höhlenlöwen angegriffen.
Doch das Mädchen ist nicht das einzige Lebewesen, daß
durch die Naturgewalten sein Zuhause verloren hat. Auch ein Clan
von Erdlingen hat seine Höhle verloren und ist auf der Suche
nach einer neuen Unterkunft. Als der Clan das verletzte Kind findet,
zögert Brun, der Anführer, zunächst, es mitzunehmen,
da es zu den "Anderen" gehört. Aber Iza, die Medizinfrau des
Clans, gelingt es, ihn dazuzuüberreden, das Kind mitzunehmen
und es als Tochter anzunehmen.
Und so wächst Ayla bei Wesen auf, die sich sehr von ihr unterscheiden.
Ihr Versuch, mit Worten zu kommunizieren, scheitert, unterhalten
sich die Erdlinge doch fast ausschließlich mit Gesten. Doch
nach einer Weile kann sich Ayla in den Clan integrieren, auch wenn
es ihr weiterhin Schwierigkeiten bereitet, sich den Männern
unterzuordnen und sich auf Frauenaufgaben zu beschränken. Es
wird offensichtlich, daß Ayla zu einer anderen Art Mensch
gehört. Im Gegensatz zu den Clanmitglieder besitzt sie keine
ererbte Erinnerung, sondern hat die Fähigkeit zur Innovation
und zum vorausschauenden Denken. Vor allem vonseiten Brouds, Bruns
Sohn und zukünftiger Anführer, wird ihr deshalb brennender
Haß entgegengebracht. Die Situation droht zu eskalieren, als
Ayla sich die Jagd mit der Schleuder beibringt - obwohl es für
Frauen streng verboten ist zu jagen. Offensichtlich wird ihr Verstoß
gegen die Gesetze, als sie dank ihrer Schleuder ein Kind vor Hyänen
retten kann, und man erlaubt ihr schließlich die Jagd.
Als sie zu einer jungen Frau herangewachsen ist, mißbraucht
Broud sein Recht als Mann und zwingt Ayla zum Sex. Wenig später
wird diese schwanger und bringt wieder erwarten einen Sohn zur Welt:
Durc. Nachdem man diesen zunächst zum Tod verurteilt, da er
angeblich mißgestaltet ist (in Wirklichkeit jedoch nur ein
Mischling aus Clan und den "Anderen"), wird er doch in den Verband
aufgenommen.
Zu einer weiteren Zerreißprobe kommt es während des alle
7 Jahre veranstalteten Meetings des Großclans, in dem Ayla
Iza als Haupt-Medizinfrau vertritt, da diese mittlerweile zu alt
geworden ist. Doch als sie ihren Mut beweist, als sie einen Verletzten
vor einem Höhlenbären rettet, erkennt man sie doch an.
Nach Hause zurückgekehrt, eskaliert die Situation dennoch:
Iza stirbt, und Brun ernennt seinen Sohn Broud zum neuen Anführer.
Als ein erneutes Erdbeben auch den mächtigen Mog-ur tötet,
sieht Broud seine Chance gekommen. Er läßt den Todesfluch
über Ayla aussprechen, und diese muß ihre "Familie" verlassen.
Nun macht sie sich ohne ihren Sohn Durc auf den Weg zu den "Anderen",
um eine neue Heimat und einen Gefährten zu finden.
Eine faszinierende Geschichte aus dem "Morgenrot" der Menschheit. Man erfährt viel über die heilende Wirkung von Pflanzen, die Jagd und den Alltag unserer Vorfahren (wenn man denn an die Evolution glaubt). Das Buch läßt den Leser nicht unverändert zurück. Man betrachtet seine Umwelt aus einem neuen Blickwinkel und erkennt, daß wir Menschen in der Vergangenheit doch eine Menge wichtiges Wissen verloren haben - vor allem aber den Bezug zur Natur. Einziger Kritikpunkt: Das Buch sollte vom Verlag dringend noch einmal sprachlich überarbeitet werden. Viele Formulierungen sind mehr als unglücklich und ein untrügliches Zeichen dafür, daß die Überarbeitung noch zu sehr an der englischsprachigen Vorlage lehnt. Und auch die Wortwahl der "Flachschädel" wirkt an einigen Stellen unglaubwürdig, da die Worte einfach zu modern sind.