Jacqueline Carey – Kushiel - Der Verrat (Band 2)

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Ein Jahr ist seit den in "Kushiel - Das Zeichen" geschilderten Ereignissen vergangen. Phèdre nó Delaunay hat die Besitztümer ihres Herrn - Anafiel Delaunay - geerbt und trägt nun den Titel Comtesse de Montrève. Gemeinsam mit ihrem Gefährten Joscelin Verreult und den drei Chevaliers (auch genannt "Phèdres Jungs") Fortun, Remy und Ti-Philippe zufrieden und glücklich auf ihrem Landsitz Montrève. Ihr Leben gerät jedoch aus dem Gleichgewicht, als ihr ein alter Freund, der auf dem Rückweg von La Serenissima ist, ihren alten sangoire-farbenen Umgang vorbeibringt - das Zeichen ihres Standes als Anguisette. Doch das ist noch nicht alles. Doch der Maestro ist nur der Überbringer des Geschenkes - die Gabe selbst stammt von Melisande de Sharizai, einer Verräterin, die versucht hat, die rechtmäßige Königin von Terre d'Ange (Ysandre de la Courcel) zu stürzen, aber scheiterte und gefangen genommen wurde. Doch bevor man sie vor Gericht stellen konnte, gelang ihr mit der Hilfe eines Unbekannten die Flucht.

Phèdre macht sich nun mit Hilfe ihrer Freunde auf die Suche nach dem unbekannten Verräter, den sie unter den Adligen des Königshofes vermutet. Mit Ysandres Billigung begibt sie sich nach La Senerissima, wo die Anguisette Melisande vermutet. Doch immer wieder stößt sie auf Hindernisse, als potenzielle Zeugen auf mysteriöse Weise verschwinden oder ums Leben kommen.

Schließlich findet sie Melisande an dem Ort, an dem sie die Verräterin am wenigsten vermutet hätte ... Doch dafür muss sie viele Opfer bringen - und nicht nur ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen.

"Kushiel 2 - Der Verrat" ist Band 2 der "Kushiel"-Reihe von Jacqueline Carey. Ein sehr gut erzählter, fantasievoller Abenteuerroman, der den Leser von einem Highlight zum nächsten führt und nicht weniger vor Kreativität und Fantasie sprüht als sein Vorgänger "Kushiel - Das Zeichen". Während sich Band 1 mit der Ausbildung Phèdres zur Anguisette und zur Spionin beschäftigte, muss die Kurtisane in diesem Band erkennen, dass ihre Neugierde und ihre "Arbeit" als Spionin Konsequenzen haben. Nicht nur für sie, sondern vor allem für ihre Freunde. Sie muss lernen, mit dem Wissen zu leben, dass sie das Leben vieler auf dem Gewissen hat und gerade den Menschen, die sie am meisten liebt, die größten Schmerzen zufügt.

Die Autorin hat zweifellos einen ganz besonderen Schreibstil. Sie beschreibt Landschaften, Charaktere und Ereignisse sehr bildhaft und farbenprächtig und erweckt ihre Protagonisten regelrecht zum Leben. Da das Buch in der Ich-Form geschrieben ist, bekommt der Leser von Beginn an einen guten Einblick in die Gedankenwelt der Heldin. Während Band 1 den Leser zu den Skaldi führte, entführt uns die Autorin nun zu illyrischen Piraten, nach Kreta und Venedig - und nicht nur dank der wunderbaren Landkarte im Buchumschlag hat man das Gefühl, die Schauplätze hautnah vor sich zu sehen. Da die Geschichte in einem fiktiven Land spielt, das jedoch in einem realen Umfeld (Europa) angesiedelt ist, helfen die angefügte Personenübersicht (Wer ist mit wem wie verwandt? Wer gehört zu welchem Haus? Zu welchem Herrschergeschlecht?) sowie die Übersichtskarte in den Innenseiten des Einbandes sehr. Auf diese Weise kann man den Spuren der Heldin folgen, wenn ihre Abenteuer sie durch ganz Europa führen.

Noch ein kleiner Hinweis: Wem Band 1 zu erotisch war oder zu viele Beschreibungen von Phères Arbeit als Anguisette enthielt, wird beim Lesen von Band 2 feststellen, dass es deutlich weniger entsprechender Schilderungen gibt.

Fazit: Leseempfehlung!