Jacqueline Carey – Kushiel - Die Erlösung (Band 3)

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Eine Wahrsagerin hatte Phèdre zehn Jahre des Friedens versprochen, und sie hat recht behalten. Doch nun braut sich am Horizont neues Unheil zusammen.

Phèdre erhält einen Brief von ihrer einstigen Widersacherin Melisande, die in La Senerissima im Tempel einer Göttin im Exil lebt. Sie erbittet ihre Hilfe: Ihr Sohn Imriel, der unerkannt in Terre d’Ange lebte und seine wahre Identität nicht kennt, ist entführt worden, und seither fehlt jede Spur von ihm. Phèdre beschließt, sich auf die Suche nach Imriel zu begeben, und tritt mit ihrem treuen Gefährten und Geliebten Joscelin eine Reise an, die sie bis über Menekhet in die Weiten Khebbel-im-Akkads führt. Dort erfährt sie von dem Land Drujan, in dem ein grausamer Gott die Herrschaft an sich gerissen hat. Keine Armee, die der Prinz von Khebbel-im-Akkad jemals in das Land geschickt hat, ist zurückgekehrt. Phèdre wagt es dennoch, dorthin zu reisen, und steht schließlich vor ihrer größten Prüfung als Auserwählte der Götter. Denn am Hof des Herrschers von Drujan trifft sie auf die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele.

Zugleich hat Phèdre die Hoffnung noch nicht aufgegeben, ihren Jugendfreund Hyacinthe aus seiner Gefangenschaft zu befreien. Es heißt, nur der Name Gottes könne den Engel Rahab dazu bewegen, den Fluch zu lösen, der Hyacinthe an seine Insel kettet. Doch dieser Name wird einer alten Legende zufolge vom Volk des Landes Saba aufbewahrt, das von der Welt vergessen irgendwo hinter den wilden Dschungeln und weiten Ebenen des Schwarzen Kontinentes liegt. Melisande hat Phèdre versprochen, ihr im Austausch gegen die Suche nach ihrem Sohn Unterstützung in ihrem Unterfangen zu gewähren.

„Kushiel 3- Die Erlösung“ ist der Abschlussband der Trilogie um die Kurtisane Phèdre nó Delauney, und Jacqueline Carey gelingt in dem fast 1.000 Seiten starken Schmöker etwas, das nur wenigen Autoren gelingt: eine Geschichte zu erzählen, die von der ersten bis zur letzten Seite stimmig und packend ist, sodass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte. Einigen Autoren gelingt es zwar, eine gute Geschichte auch über mehrere Bände verteilt zu erzählen, doch ich habe es bislang noch nie erlebt (auch bei Tolkiens „Der Herr der Ringe“ oder Williams’ „Otherland“-Saga nicht), dass ich nach dem letzten Buch enttäuscht war, dass die Geschichte zu Ende war. Carey hingegen gehen auch in diesem Abschlussband die Ideen nicht aus. Keinen Moment lang hat man das Gefühl, dass man eine Geschichte liest, die man so oder ähnlich schon einmal gelesen hat – sei es bei Carey selbst oder bei anderen Autoren. Atemlos stolpert man mit den Hauptfiguren von einem unglaublichen Abenteuer ins nächste, entdecke fremde Welten und trifft neue Menschen. Der Spannungsbogen stimmt, die Charakterdarstellung auch der zahlreichen neuen Figuren ist stimmig und facettenreich, die Erzählqualität ungebrochen.


Fazit: Mehr davon!