Mary Janice Davidson: Undead and Unwed

Elrod
Betsy Taylor - eigentlich heißt sie Elizabeth Tayler, aber die ständigen Nachfragen der Menschen nervt sie sehr - hat einen wirklich schlechten Tag: Zuerst wird sie aus ihrem Job als Sekretärin gefeiert, außerdem interessiert es irgendwie niemanden, daß sie Geburtstag hat, dann wird sie noch von einem Auto angefahren und findet sich schließlich zu ihrem Entsetzen in rosafarbenen Klamotten und billigen Schuhen in einem Sarg im Bestattungsinstitut wieder. Sie ist sich zwar bewußt, daß sie eigentlich tot sein sollte, aber irgendwie fühlt sie sich doch sehr lebendig. Darüber hinaus ist sie sehr stark und fängt an, zu lispeln, als sie Blut sieht. Der Grund: Ihre Reißzähne sind ausgefahren.

Betsy beschließt, ihre Welt erst einmal wieder in Ordnung zu bringen. Und sich zuallererst ihre teuren Schuhe von Manolo Blanik, Gucci, Fendi, Prada und Co. wiederzubeschaffen, die ihre verhaßte Stiefmutter sich unter den Nagel gerissen hat. Doch während ihr Vater ihr sehr rasch deutlich macht, daß sie sich von seiner Familie fernhalten soll, sind ihre Mutter und ihre beste Freundin Jessica mehr als froh, daß sie wieder da ist, wenn auch als Vampirin. Komplettiert wird die kleine Gruppe um Betsy noch um den schwulen Kinderarzt Marc, den sie vor dem Selbstmord rettet und der gleich bei ihr einzieht.

Betsy ist also zwar zum Vampir geworden, jedoch alles andere als ein herkömmlicher Vampir: Sonnenlicht schadet ihr nicht, sie kann Kirchen betreten und reagiert auch nicht auf Weihwasser oder Kreuze, und ihr Blutdurst lässt sich unter Kontrolle halten. Als die übrigen Vampire davon erfahren, wird Betsy gegen ihren Willen in die politischen Auseinandersetzungen der "Gemeinde" hineingezogen: Für die einen ist sie damit die lange vorhergesagte Königin. Für die anderen - vor allem für den Anführer Nostro - stellt sie somit eine Bedrohung dar. Betsy bekommt rasch zu spüren, daß sie sich einfach nicht aus diesen Auseinandersetzungen heraushalten kann. Was auch gar nicht so übel ist, gehört doch zu ihren neuen Verbündeten der gutaussehende Eric Sinclair, der in Betsy die widersprüchlichsten Gefühle auslöst.

Mary Janice Davidsons Elizabeth Taylor ist natürlich alles andere als anspruchsvolle Literatur, hebt sich aber dennoch von vielen anderen Vampirromanen auf dem Markt ab, die die Vampirelemente doch nur als Aufhänger benutzen, um noch mehr Erotik, noch mehr S ex unterzubringen. Ein Vampir mit einem extremen Schuhfetisch - das ist wirklich einmal etwas Neues. Aber auch darüber hinaus spielt die Autorin gekonnt mit den Klischees des Genres und bietet einen unterhaltsamen Vampirroman der etwas anderen Art.