
Dieser Kurzgeschichtenband enthält drei Geschichten über
Lord John Grey:
In "Lord John und die Flammen der Hölle" wird John Grey von Robert Gerald - einem jungen Verwandten seines Club-Freundes Quarry - um ein vertrauliches Gespräch gebeten, doch bevor es dazu kommt, wird Gerald vor den Augen von Grey und Quarry ermordet. Grey bringt in Erfahrung, dass ein mysteriöser Bund an den jungen Mann herangetreten war. Um herauszufinden, ob es um eine politische Verschwörung oder etwas anderes geht, sucht auch Grey den Kontakt zu den Mitgliedern des Bundes. Ohne zu wissen, dass sein Leben in Erfahrung ist ...
"Lord John und der magische Pakt" entführt den Leser in das Jahr 1757 nach Grundwitz, Preußen, wo die Engländer gemeinsam mit Hannoveranern und Preußen gegen die vereinten Truppen Österreichs und Sachsens kämpfen. Doch die englischen Truppen sind in Aufruhr, als das Gerücht aufkommt, dass eine Hexe die Männer nachts mit einem Fluch belegt. Der eher pragmatische Grey glaubt jedoch nicht an das Übersinnliche und stellt eigene Nachforschungen an ...
In "Lord John und der Geistersoldat" findet sich Grey dann 1758 vor einem Tribunal wieder - ist doch eine unter seinem Kommando stehende Kanone explodiert und hat eine ganze Reihe von Soldaten mit in den Tod gerissen. Grey ist schnell klar, dass man es eigentlich auf seine beiden Brüder abgesehen hat, von denen einer die Munition für diese (und andere britische) Kanone geliefert hat. Doch Grey muss sich nicht nur gegen die politischen Wirren zur Wehr setzen, die Schwester eines jungen Mädchens, das gemeinsam mit einem Offizier durchgebrannt ist, der bei der Explosion der Kanone ums Leben kam, gebeten, den Verbleib der Verschwundenen in Erfahrung zu bringen.
Lord John Grey ist eine Figur aus Diana Gabaldons Highlander-Saga um den Schotten Jamie Fraser - und darüber hinaus (zumindest in den späteren Bänden der Serie) Ziehvater dessen unehelichen Sohnes. Die Romane dieses Kurzgeschichtenbandes sind zwar weniger gruselig, wie in den Werbetexten des Verlages beworben, aber nichtsdestotrotz schildert uns die Autorin eine zutiefst sympathische Hauptfigur, die man einfach mögen MUSS. John Grey war während James Frasers Zeit in einem schottischen Gefängnis für die Institution verantwortlich und hat sich damals auch in den jungen Schotten verliebt - Grey ist nämlich homosexuell, was in den Geschichten zumindest klar angedeutet wird (wenn es auch keine Liebesszenen gibt), da ein solches Verhalten im 18. Jahrhundert undenkbar und auch strafbar war - vergleichbar mit Sodomie. Wenn es auch in den Geschichten nicht um die übliche Wer-kriegt-wen-Storyline geht, so schafft Gabaldon doch eine humorvolle, warme Atmosphäre, und man fragt sich, ob Grey nicht doch irgendwann noch sein Glück findet.
Fazit: Wer mehr über Jamie und Claire wissen will, sollte die Finger von diesem Buch lassen. Wer John Grey jedoch ins Herz geschlossen hat, wird hier mit drei vergnüglichen Geschichten belohnt.