Was macht man, wenn man sich in der Vergangenheit wiederfindet,
mit nichts als dem Wissen ausgestattet, dass das Pferd seines Urururururgroßvaters
Fat Annie hieß? Richtig, man versucht, Ruhe zu bewahren. Das
zumindest tut Gwendolyn, als sie erfährt, dass nicht ihre verhasste
Cousine Chrlotte, sondern sie das Zeitreise-Gen ihrer Familie geerbt
hat. Und dass sie auch noch dazu auserwählt ist, die Vergangenheit
in Ordnung zu bringen, da Lucy Montrose (die Nichte von Gwens Mutter
Grace) und Paul de Villiers (die Villiers sind neben Gwens Familie
der einzige Clan, der ebenfalls das Zeitreise-Gen besitzt) den ursprünglichen
Chronografen, den man für gezielte Zeitreisen benötigt,
gestohlen haben. In dem Chronografen, der von den Wächtern
bewacht wird, befindet sich bereits das Blut von 10 Zeitreisenden
und nach einer Prophezeiung des mysteriösen Grafen von Saint
Germain, der im 18. Jahrhundert lebte und die Wächter ins Leben
gerufen hat. Lucy und Paul haben ihn vor etwa 17 Jahren gestohlen,
da sie vermuten, dass der Graf etwas Entsetzliches damit anfangen
will.
Und ausgerechnet der arrogante Gideon de Villiers soll Gewendolyn auf ihrer Mission begleiten! Eher notgedrungen macht sich das ungleiche Paar auf in ein Abenteuer der besonderen Art. Bald erfährt Gwendolyn, dass Gegensätze sich scheinbar wirklich anziehen, egal, zu welcher Zeit.
"Rubinrot" ist Band 1 der Trilogie um die Zeitreisenden Gwen und Gideon. "Saphirblau" erschien im Januar 2010, der Abschlussband "Smaragdgrün" kommt im September 2010 heraus. Die Reihe wendet sich zwar eigentlich an Teenager, wird aber auch Erwachsene begeistern. Ich habe das Buch in einem Tag verschlungen, und wenn ich bedenke, dass ich dabei auch acht Stunden geschlafen sowie 6 Stunden gearbeitet habe, dann kann man vermutlich sagen, dass ich es regelrecht inhaliert habe. Die Geschichte ist sehr gut geschrieben, die Figuren sind skurril genug, dass sich der Roman von anderen Jugendbüchern abhebt, die Story ist ungewöhnlich (und Gott sei Dank kommen endlich einmal weder Vampire noch Werwölfe darin vor, wenn auch die Hauptfigur neben dem Zeitreise-Gen auch die Fähigkeit besitzt, Geister zu sehen) und spannend bis zur letzten Seite. Es ist sowohl ernst, aber auch humorvoll und wie ein frischer Wind, ohne zu flapsig, teeniehaft zu sein. Selbst das Buch an sich ist so gestaltet, dass man es gerne zur Hand nimmt, und auch im Innenteil zweifarbig gestaltet.
Mein Fazit: Das Buch ist wirklich Spitzenklasse! Unbedingt lesen!