Die Handlung fährt dort fort, wo "Rubinrot"
aufgehört hat: Die 16-jährige Gwendolyn ist wie vom Blitz
getroffen, als Gideon, in den sie sich verliebt hat, sie küsst.
Als ob sie nicht schon genug Probleme hätte: Gwendolyn ist
nämlich eine Zeitreisende, und in ihrer Familie ist niemand
so wirklich begeistert darüber, dass ausgerechnet sie das Zeitreise-Gen
geerbt hat und nicht ihre Cousine Charlotte, die man seit vielen
Jahren (vergebens) darauf vorbereitet hat, dass sie in die Vergangenheit
reisen wird.
Nun hilft Charlotte stattdessen Gwen dabei, all das zu lernen, wofür sie Jahre Zeit hatte - zum Beispiel Menuett zu tanzen, den Fächer auf die richtige Art und Weise zu halten oder mit den Gästen einer Soiree im 18. Jahrhundert über Politik und Zeitgeschehen zu plaudern. Und was hat es mit dem grünen Reiter auf sich, den ihre Tante Lucy - ebenfalls eine Zeitreise - erwähnt hat? Und hinter dem sich offenbar ein großes Geheimnis verbirgt?
Zum Glück ist Gwen aber nicht allein, denn da gibt es ja ihre beste Freundin Leslie, die ihr bei ihrem neuen Leben und der Suche nach dem grünen Reiter hilft. Und dann ist da auch noch Xemerius, einen Wasserspeier-Dämon (oder zumindest das, was von einem Dämon übrig geblieben ist, wenn der Wasserspeier zerstört wird - ja, genau ...), der ihr einfach nicht von der Seite weichen will.
Als Gideon auch noch anfängt, sich seltsam zu benehmen - mal küsst er sie und ist augenscheinlich ebenso verliebt in sie wie sie in ihn, mal zeigt er ihr die kalte Schulter - ist Gwendolyn völlig verwirrt. Ist vielleicht alles nur Teil eines vom Grafen Saint-Germain ausgeheckt Planes?
"Saphirblau" ist Band 2 der Trilogie um die Zeitreisenden Gwen und Gideon; der Abschlussband "Smaragdgrün" wird im September 2010 erscheinen. Die Reihe wendet sich zwar eigentlich an Teenager, begeistert aber auch Erwachsene. Die Autorin Kerstin Gier hat es auch dieses Mal wieder geschafft, dass ich das Buch innerhalb nur eines Tages verschlungen habe und immer wieder laut lachen musste, weil ihre Beschreibungen der Ereignisse und auch Gwens Erlebnisse wirklich zutiefst unterhaltsam sind. Die Geschichte ist ebenfalls sehr gut geschrieben, die Figuren sind skurril genug, dass sich der Roman von anderen Jugendbüchern abhebt. "Zuwachs" bekommt die Riege der Charaktere vor allem durch den sehr bildhaft dargestellten Wasser speienden Dämon Xemerius (den aber nur Gwen sehen kann), der von Gwen auch gerne mal als Spion eingesetzt wird - vor allem um herauszufinden, ob da nicht doch etwas zwischen Charlotte und Gideon ist. Mit seinem trockenen Humor und seiner spitzen Zunge passt der Dämon sehr gut zur Hauptfigur des Romans. Die Story ist erneut ungewöhnlich (und Gott sei Dank kommen endlich einmal weder Vampire noch Werwölfe darin vor, wenn auch die Hauptfigur neben dem Zeitreise-Gen auch die Fähigkeit besitzt, Geister zu sehen) und spannend bis zur letzten Seite. Die Geschichte enthält sowohl ernste Seiten, ist aber auch humorvoll und wie ein frischer Wind, ohne zu flapsig, teeniehaft zu sein. Selbst das Buch an sich ist wieder so gestaltet, dass man es gerne zur Hand nimmt, und auch im Innenteil zweifarbig gestaltet.
Das Einzige, das mich stellenweise etwas geärgert hat, ist die Tatsache, dass der Roman doch etwas nachlässig Korrektur gelesen wurde; es fehlen leider eine ganze Menge Kommas ...
Mein Fazit: Auch diese Fortsetzung ist wirklich Spitzenklasse! Unbedingt lesen!