
Sookie Stackhouse jobbt in Bon Temps, einer Kleinstadt in Louisiana,
als Kellnerin. Sie ist still, introvertiert und geht selten aus.
Nicht, daß sie nicht hübsch wäre oder etwa schüchtern.
Im Gegenteil. Sookie hat nur "eine Behinderung": Sie kann
Gedanken lesen. In erster Linie ist das weniger störend für
ihre Gegenüber, diese glauben nämlich eh nicht daran.
Nein, in erster Linie für Sookie selbst, da sie sich in jeder
Situation (!) immer bewußt ist, was andere über sie denken
bzw. was ihnen durch den Kopf geht.
Doch dann taucht Bill auf. Er ist groß, düster, gutaussehend - und Sookie hört kein Wort von dem, was er denkt. Er ist genau die Art von Mann, auf die sie schon ihr ganzes Leben gewartet hat ... Doch auch Bill hat eine "Behinderung": Er ist ein Vampir und kurz nach dem amerikanischen Bürgerkrieg gestorben. Vampire führen zu dieser Zeit ein relativ normales Leben. Offiziell heißt es, sie wären nur von einem Virus befallen, der sie davon abhält, sich bei Tag zu zeigen, und können sich von synthetischem Blut ernähren (das natürlich die Japaner erfunden haben). Bill versucht, sich so menschlich wie möglich zu verhalten, er hat ein Haus, und so wie Sookie seine Nähe sucht, ist er auch von ihr fasziniert.
Doch als immer mehr junge Frauen - darunter auch eine Kollegin von Sookie - ermordert werden, deutet alles darauf hin, daß Bill oder einer seiner "Freunde" der Mörder war.
"Vorübergehend tot" ist bei "Feder & Schwert" erschienen. Der kleine Verlag in Mannheim begann seinen Weg mit inzwischen sehr populären Rollenspielen aus der "Welt der Dunkelheit", hat aber inzwischen auch eine Reihe von Horror-, SF- und Fantasyromanen aus dem Bereich der "Massenunterhaltung" im Programm, darunter auch die bislang erschienenen Romane von Charlaine Harris. Dieser erste Roman der Serie um Sookie Stackhouse bietet eine leichte Lektüre. Die Story ist leicht zu durchschauen, aber ausgesprochen witzig und durch die Todesfälle auch spannend. Ein Roman voller überraschender Wendungen, der sich deutlich von den anderen Vertretern des Vampirgenres abhebt. Man kann es kaum erwarten zu erfahren, wie es mit Bill und Sookie weitergehen wird.
Buchumschlag und auch das Layout (mit Blutflecken - ausgesprochen stilecht) sind sehr anziehen. Als ausgesprochen nervig empfand ich jedoch den wenig professionellen Satz (ständig wird der Satzspiegel nicht eingehalten, um so Hurenkinder und Schusterjungen zu umgehen; dazu gibt es jedoch auch andere Lösungen!) und die teilweise nachlässige Korrektur. Sprachliche Unschönheiten gibt es auch einige. Stellenweise hat man den Eindruck, daß entweder Autorin oder Übersetzerin sich nicht entscheiden konnten, ob Sookie nun eine "flotte" Sprache und spitze Zunge hat oder etwas gehobener sprechen soll.