
Die Beziehung zwischen Kellnerin Sookie Stackhouse (bekannt aus
"Vorübergehend
tot" und "Untot
in Dallas") und Vampir Bill steckt in einer Krise. Bill
ist in letzter Zeit etwas distanziert und hat offenbar Geheimnisse
vor seiner Freundin. Ganz zu schweigen davon, daß er seine
noch lebenden menschlichen Nachkommen finanziell unter die Arme
greift, während Sookie oft nicht weiß, wie sie über
die Runden kommen soll. Als Bill einiges Tages angeblich nach Seattle
verreist, eskaliert die Situation. Als Sookie Besuch von Eric erhält
- Bills "Vorgesetztem - erfährt sie, daß ihr Freund
nicht nach Seattle, sondern nach Jackson, Mississippi, verreist
ist - zusammen mit einer Ex-Freundin, deren "Bekanntschaft"
er wohl gerade wieder erneuert hat. Doch damit nicht genug: Jetzt
ist Bill auch noch spurlos verschwunden, und Eric geht davon aus,
daß er vom König von Mississippi - Russel Edgington -
entführt wurde, der in den Besitz eines Computerprogrammes
gelangen will, das Bill entworfen hat.
Zusammen mit dem Werwolf Alcide Herveaux reist Sookie nun ebenfalls nach Jackson, um Nachforschungen über den Verbleib von Bill anzustellen. Und zwar im "Club Dead", dem Club der Unter-Unterwelt der Vampire, wo sie bald nicht nur die Bekanntschaft von Russel macht, sondern sich auch rasch den Hass der örtlichen Werwölfe sowie von Alcides Ex-Freundin zuzieht. Doch damit nicht genug: Eric, für den Sookie nicht nur Geschäftskapital ist, sondern der sich auch alle Mühe gibt, die Telepathin in sein Bett zu bekommen, ist den beiden gefolgt.
"Club Dead" ist wie die beiden Vorgänger bei "Feder & Schwert" erschienen. Der kleine Verlag in Mannheim begann seinen Weg mit inzwischen sehr populären Rollenspielen aus der "Welt der Dunkelheit", hat aber inzwischen auch eine Reihe von Horror-, SF- und Fantasyromanen aus dem Bereich der "Massenunterhaltung" im Programm, darunter auch die bislang erschienenen Romane von Charlaine Harris. Dieser dritte Roman der Serie um Sookie Stackhouse bietet erneut eine leichte Lektüre - man möchte das Buch nicht mehr aus der Hand legen, bevor man weiß, wie die Geschichte endet.
Man spürt jedoch, daß Charlaine Harris die Figur des Vampirs Bill zunehmend aus der Handlung der Serie entfernen will, um auch andere übernatürliche Geschöpfe wie Gestaltwandler und Werwölfe einzuführen - vor allem auch als potentielle Love Interests für die Hauptfigur Sookie. Damit schleicht sich auch mehr "Er otik" in die Handlung ein, was in den noch folgenden Bänden zunehmen wird. Damit erinnert diese Serie an die "Anita Blake Vampire Hunter"-Reihe von Laurell K. Hamilton.
Als ausgesprochen nervig empfand ich jedoch erneut den wenig professionellen Satz (ständig wird der Satzspiegel nicht eingehalten, um so Hurenkinder und Schusterjungen zu umgehen; dazu gibt es jedoch auch andere Lösungen!) und die teilweise nachlässige Korrektur - falls ich mich nicht irre, war nicht einer der abführenden Anführungszeichen und der Apostrophen korrekt. Ganz zu schweigen von Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehlern. Allerdings traten diesmal im Gegensatz zu den beiden Vorgängerbänden auch logische Fehler auf, was ebenfalls etwas störend ist.