Frank Herbert - Die Kinder des Wüstenplaneten (Band 3 der Dune-Serie)

Gabaldon
Über 9 Jahre sind vergangen, seit der blinde Paul Muad'dib nach der Geburt seiner beiden Kinder und dem Tod seiner geliebten Chani in Fremenart in die Wüste gegangen ist, um ebenfalls den Tod zu finden. Seine Schwester Alia, die wie er das Wissen aller vergangenen Familienmitglieder sowie der Ehrwürdigen Mütter besitzt, hat die Regentschaft übernommen. Sie ist die Herrin des gesamten Imperium sowie auch religiöses Oberhaupt einer mittlerweile entarteten Religion um Muad'dib. Doch sie hat mittlerweile auch den Kampf gegen die in ihr wohnenden Seelen/Wesen verloren und steht unter dem Einfluß des Baron Harkonnen, ihres Großvaters [der in Band 1 "Der Wüstenplanet" von ihr getötet wurde], der sich ihrer bedient, um die Atreides zu vernichten.

Ghanima und Leto, die beiden Zwillinge von Paul Muad'dib und Chani, besitzen ebenfalls ihre Macht, doch im Gegensatz zu ihrer Tante gebrauchen sie die Melange nicht, um in die Zukunft zu sehen. Aus diesem Grund haben sie die Schatten ihrer Vergangenheit unter Kontrolle. Doch nicht nur von dieser Seite droht den beiden Gefahr. Ihre Tante will sich ihrer bedienen, um ihre Machtbasis zu sichern und in die Zukunft zu schauen - was ihr trotz des Melange unmöglich ist. Farad'n und seine Mutter Wensicia - die Schwester von Irulan, der Frau Paul Muad'dibs - wollen ihre Familie wieder an die Spitze des Imperiums bringen. Wensicia durch die Ermordung der Zwillinge, Farad'n durch die Heirat mit Ghanima. Letzteres wird auch durch die Schwesternschaft der Bene Gesserit unterstützt, die die Blutlinie der Atreides nicht verlieren wollen.

Unruhe kommt aber auch durch das Auftreten eines Predigers auf Arrakis auf, der den Untergang der Fremen prophezeit und seine Stimme gegen die Instrumentalisierung der Religion sowie den Machtmißbrauch Alias erhebt. Handelt es sich dabei um Muad'dib oder ein Werkzeug der Feinde des Imperiums.

Auch im 3. Buch der Dune-Reihe gelingt es Frank Herbert, den Leser zu fesseln. Was der Autor hier schildert, ist SciFi fern vom üblichen klassischen Science Fiction/Außerirdische/Raumschiffschlachten-Schema. Wie bspw. Tolkien hat Herbert hier sein eigenes Universum erschaffen, indem er die Protagonisten philosophische und soziologische Standpunkte vertreten lässt und diese in einen Handlungsrahmen einspinnt. Es gibt nicht nur die übliche Action, sondern auch tiefergehende Gesellschaftsanalysen und philosophische Darstellungen über die Verquickungen von Staat/Politik und Religion. Wer sich Unterhaltung und Action erhofft, sollte lieber zu einem anderen Buch greifen. Wer aber bereit ist, sich mit der stellenweise etwas anstrengenden Erzählweise und den philosophischen Ausflügen auseinanderzusetzen (und gegebenenfalls einen Absatz auch mehrfach zu lesen, um ihn zu verstehen), der sollte das Buch unbedingt lesen!