Ende des 19. Jahrhunderts stehen die letzten "reinen"
Vampire kurz vor dem Untergang. Ihnen bleibt nur eine Hoffnung:
Ihre Nachkommen müssen sich auf das Erbe der Nacht besinnen
und die Clans zu ihrer einstigen Gröe und Macht zurückführen.
Bei den wilden Lycana an Irlands sturmumtoster Küste sollen Alisa vom Clan der Vamalia, der schöne Dracas Franz Leopold und die anderen jungen Vampire lernen, über Fledermäuse, Wölfe und Adler zu gebieten und ihre Gestalt anzunehmen. Doch als die irischen Werwölfe aus ihren Höhlen kommen, um ihre uralte Fehde gegen die Vampire wiederaufzunehmen, geraten die Erben in einen Strudel mörderisch-magischer Ereignisse, der sie alle zu verschlingen droht ...
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Leider hat Ulrike Schweikert mit dem zweiten Band ihrer "Die Erben der Nacht"-Serie etwas geschafft, das schon seit einer ganzen Weile kein Autor mehr geschafft hat: dass ich das Buch nach einem guten Drittel zuschlage, weil ich mich königlich langweile.
Man kann durchaus sehr viel Gutes über das Buch sagen: Ulrike Schweikert kann zweifellos sehr gut schreiben. Ihre Beschreibungen der wilden irischen Landschaft und ihrer Schlösser machen Lust, den Koffer zu packen und in das Land der Kelten zu reisen. Auch gelingt es ihr - meist ohne dass dies aufgesetzt wirkt oder dass ich mich belehrt fühle -, irische Geschichte (die Auseinandersetzung mit den Engländern) und Mythologie unterhaltsam in die Handlung einzuweben. Amüsant ist auch, dass bekannte historische Persönlichkeiten wie Bram Stoker oder Oscar Wilde Gastauftritte haben und man auf diese Weise etwas mehr über sie lernt.
Aber leider versucht die Autorin meines Erachtens, zu viel Handlung, zu viele Handlungsstränge in die Geschichte einfließen zu lassen, und da die Abschnitte der jeweiligen Handlungsstränge jeweils zu kurz sind und in rascher Reihenfolge aufeinander folgen, ist es mir leider nicht gelungen, mich in die Geschichte einzufühlen. Es wird auch zu vieles auf forciert mysteriöse Weise "angedeutet" - was auf Dauer einfach nur störend wirkt. Auch die Beschreibungen der Hauptfiguren (der Vampir-Erben) waren für mein Gefühl zu redundant - ständig wurde man darüber informiert, dass Ivy langes, silbernes Haar hat und Franz Leopold auf eine Art und Weise anschaut, dass dieser sich durchschaut fühlt. Oder dass Franz Leopold wieder einmal ein paar negative Bemerkungen über "unreine" Vampire macht und dadurch den Zorn der anderen auf sich zieht oder dass er versucht, Ivy anzuschauen, ohne dass die anderen es mitbekommen. Und Luciano hat natürlich auf jeder zweiten Seiten einen Bärenhunger und befürchtet, dass er einen Menschen anfällt, wenn er nicht bald frisches Blut bekommt ...
Mein Fazit: Es gibt (derzeit) sowohl bessere Vampir-Romane als auch bessere Jugendromane.