
Eines Tages erhält die Schriftstellerin Juliet, die in den späten
vierziger Jahren in London lebt, einen erstaunlichen Brief. Absender
ist Dawsey Adams, ein Bauer von der Kanalinsel Guernsey, der antiquarisch
ein Buch erworben hat, das zuvor ihr gehörte. Da ihre Adresse vorn
im Buch steht, wendet er sich an sie, um mehr über den Autor zu
erfahren, der ihn fasziniert. Zwischen der Literatin und dem Bauern
entspinnt sich ein anrührender Briefwechsel, durch den Juliet von
der Existenz des Club der Guernseyer Freunde von Dichtung und Kartoffelschalenauflauf
erfährt, einer literarischen Gesellschaft, die die Inselbewohner
ungeübte Leser gründeten, um sich über die schwere Kriegszeit hinwegzuhelfen.
Je mehr Juliet über Dawsey und die anderen erfährt, desto mehr wünscht
sie sich, sie zu treffen. Sie beschließt, auf die Insel zu reisen.
Dort stößt sie auf die Geschichte von Elizabeth, einem Mitglied
der Literarischen Gesellschaft, das vor einigen Jahren in ein deutsches
Konzentrationslager deportiert wurde, und ihre große Liebe zu einem
deutschen Offizier. Und sie lernt Dawsey kennen.
"Deine Juliet" ist der erste Roman der (siebzigjährigen!) amerikanischen Autorin Mary Ann Shaffer - ein warmherziger, im besten Sinne des Wortes altmodischer Liebesroman, der den Leser mit einer Gruppe von einfachen, pragmatischen, skurrilen Menschen der britischen Kanalinsel Guernsey bekannt macht, die während des Zweiten Weltkriegs einen Literaturclub gründen - zunächst um der Verhaftung durch die deutschen Besatzer zu entkommen und dann, um in all der Kälte und dem Hunger zumindest zwischenmenschliche Wärme zu erfahren. Der Autorin gelingt es dabei, eine ernste Geschichte über das Elend des Krieges - gleichgültig, auf welcher Seite - mit humorvollen Episoden zu verbinden. Erzählt wird die Geschichte in Form von kurzweiligen, humorvollen oder auch bewegend-traurigen Briefen, die die unterschiedlichen Personen einander schreiben.
Definitiv eine Leseempfehlung.