Erich Fried - Liebesgedichte


Wer glaubt, daß Liebesgedichte immer schmalzig und viel zu gefühlsbetont sein müssen, wird beim Lesen von Erich Frieds Gedichten eines besseren belehrt. Die Gedichte sind modern und doch zeitlos. Sie sind voller Begeisterung, traurig, melancholisch, intim, ungewöhnlich, manchmal leicht politisch und spielen mit den Worten ... Auch Leser, die für (Liebes-)Gedichte wenig übrig haben, werden bestimmt ebenfalls bald ihr Lieblingsgedicht entdecken, denn dem Charme dieser Schöpfungen kann man sich nicht entziehen. Doch halt: Wer beim ersten Lesen den Eindruck hat, daß es einfache, lapidare Gedicht ohne Reim handelt, sollte sie noch einmal lesen: Hinter der vermeintlichen Simplizität verbirgt sich eine unglaubliche Tiefe und manchmal auch Traurigkeit.   

 

Trennung

Der erste Tag war leicht
der zweite Tag war schwerer
Der dritte Tag war schwerer als der zweite

Von Tag zu Tag schwerer:
Der siebente Tag war so schwer
daß es schien er sei nicht zu ertragen

Nach diesem siebenten Tag
sehne ich mich
schon zurück   
 

Ein Buch für Liebende. Unbedingt zu empfehlen.