
Lee Strobel geht in seinem
Buch dem Glauben auf den Grund. Auf der Suche nach Fakten konfrontiert
er angesehene Experten mit den acht häufigsten Argumenten gegen
den christlichen Glauben. Aufhänger des Buches ist ein Treffen
mit Charles Tempelten, einem ehemaligen Weggenossen des Evangelisten
Billy Graham, der heute Verfasser zahlreicher atheistischer Bücher
ist (z. B. ). Strobel
suchte den bekannten Atheisten, der an Alzheimer erkrankt ist, zu
Hause auf und stellte ihm die große Frage: Warum hatte ein
Mann, den man für einen noch größeren Evangelisten
als Graham gehalten hatte, seinen Glauben an Gott an den Nagel gehängt.
Die Antwort kann der Leser rasch nachvollziehen: Templeton hatte
in einer Zeitung das Bild einer afrikanischen Frau gesehen, die
ihr totes Kind im Arm hielt, da die Ernte durch eine Dürre
ausgeblieben war. Und die verständliche Frage war: Was für
ein Gott ist das, der Menschen sterben läßt, obwohl das
einzige, was fehlt, der Regen ist?
Ausgehend von diesem Vorwurf geht Lee Strobel in seinen Gesprächen
mit Experten unterschiedlicher wissenschaftlicher Bereiche den folgenden
wohl am häufigsten gestellten Fragen nach:
- Da es das Böse und das Leid gibt, kann es keinen liebenden Gott geben.
- Weil Wunder nicht mit naturwissenschaftlichen Erkenntnissen vereinbar sind, können sie nicht geschehen sein.
- Das Leben läßt sich durch die Evolution erklären, deshalb ist Gott nicht mehr nötig.
- Weil Gott unschuldige Kinder umbringen läßt, ist er nicht anbetungswürdig.
- Es ist nicht richtig, den Anspruch zu erheben, daß Jesus der einzige Weg zu Gott sei.
- Ein liebender Gott würde niemals Menschen in der Hölle quälen.
- Die Kirchengeschichte ist voller Gewalt und Unterdrückung.
- "Ich habe immer noch Zweifel, also kann ich kein Christ sein."
Das richtet sich an alle (Christen und Nichtchristen), die
sich mit gängigen Einwänden gegen den christlichen Glauben
beschäftigen wollen und dabei nicht ihren Verstand ausschalten
wollen. Beim Lesen stellt man an zahlreichen Stellen fest, daß
Strobel genau die kritischen Fragen stellt, die man auch selbst
gerne an die Fachleute stellen würde. Lee Strobel gelingt es
auf eine unterhaltsame und gut nachzuvollziehende Art und Weise,
Fakten für die Existenz Jesu und seiner Identität als
Sohn Gottes zu liefern. Ich bin mir nicht sicher, ob es auch Menschen
erreichen wird, die dem Glauben völlig ablehnend gegenüberstehen,
aber wer sich bereits für diese Religion interessiert, den
wird Strobels Buch sicherlich ansprechen. Obwohl Strobel offensichtlich
zielgerichtet argumentiert, verzichtet er darauf, den Leser zu manipulieren
oder zu einer Einsicht zu drängen. Ein Manko ist sicherlich
die Tatsache, das alle interviewten Experten Amerikaner sind und
die meisten der zitierten Bücher nicht in deutscher Übersetzung
vorliegen. Dafür entschädigt aber das angefügte Verzeichnis
mit deutschsprachiger Literatur zum Teil wieder. Positiv zu vermerken
ist ebenfalls die Tatsache, daß er auf das übermäßige
Zitieren von Bibelversen verzichtet, da ein "Nichteingeweihter"
sicherlich Schwierigkeiten hätte, dieser Form der Argumentation
zu folgen. Ein tolles Buch, in dem es sehr "menschelt" und in dem
deutlich wird, daß Christen nicht weltfremd sind und gute
Gründe haben, an ihrem Glauben festzuhalten.